Reitpädagogik-Preise: Warum die meisten Reitpädagoginnen zu günstig arbeiten

Veröffentlicht am Kategorisiert als Kalkulation für Reitpädagogen, Reitlehrer und Reittherapeuten, Reitpädagogik, Selbständig mit Pferden, Selbständigkeit, Trainer Keine Kommentare zu Reitpädagogik-Preise: Warum die meisten Reitpädagoginnen zu günstig arbeiten
Titelbild zum Blogartikel „Reitpädagogik Preise kalkulieren“ mit Marina Lange und der Überschrift „Wir müssen reden: Warum unsere Branche ihre Fehler von Generation zu Generation weitergibt.“

Wir müssen reden: Warum unsere Branche ihre Fehler von Generation zu Generation weitergibt

Vor ein paar Jahren habe ich in meiner Facebook-Gruppe eine Hausaufgabe gestellt.

Berechne deinen Mindeststundensatz. Schreib ihn in die Kommentare.

Und was dann passierte, hat mich zutiefst erschüttert… Aber mal von ganz vorne:

Ich bin seit 2008 als Reitpädagogin selbständig – im Vollerwerb, ohne Nebenjob oder einen Mann, der mich mitfinanziert. Und 2010 schon habe ich eine erschreckende Entdeckung gemacht. ich war gerade fertig mit dem Studium, hab mir meine Selbständigkeit während des Studiums aufgebaut, um Selbiges besser finanzieren zu können. Mein Hauptfokus war darauf, die Kosten für mein Pferd wieder reinzuholen… Das kennst du sicherlich auch von dir. Dass dein erster Antrieb war, die Finanzen für dein Pferd „reinzuwirtschaften“.

Als ich dann aus dem Studium heraus vor der Entscheidung stand, ob ich mir eine Festanstellung suche, oder meine Selbständigkeit ausbaue, war es keine Frage – ich entschied mich für die Vollselbständigkeit. Und musste schmerzhaft feststellen, dass ich während des Studiums einen anderen Fokus hatte – und entsprechend auch andere Preise…

Als ich dann die Preise anhob, weil ich ja jetzt nicht nur mein Pferd finanzieren musste, sondern auch noch mich und meinen Lebensunterhalt, zuversichtlich, dass die Kunden dafür schon Verständnis haben würden, brachen 50% aller Kunden weg. Und ich hatte die ersten Existenzängste noch bevor ich das erste Jahr im Vollerwerb hinter mir hatte.

Diese schmerzliche Erfahrung war es, die mich auf den richtigen Weg gebracht hat.

Wie es weiterging

Ich habe anschließend viele Coachings gebucht, war auf Fortbildungen für Unternehmer mit mehr als 20 Mitarbeitern und habe versucht, zu verstehen, wie Unternehmen aufgebaut werden, die tragfähig sind. Die so viel Geld verdienen, dass ich mit meinem ganzen Drumherum davon leben kann. Mir war von Anfang an klar, dass ich nur dann selbständig sein will, wenn es sich auch für mich lohnt. Also wenn ich davon besser leben kann und die Freiheit der Selbständigkeit nur genießen kann, wenn ich ausreichend „unterm Strich“ übrig habe, als mit einer Festanstellung, wo ich die Träume anderer Menschen umsetzen muss.

Also begann ich, zu kalkulieren. Das erste mal. Heute bin ich dankbar für diese schmerzhafte Erfahrung, die ich damals gemacht habe. Denn nur dadurch, dass ich damals den Tatsachen ins Auge geblickt habe, wusste ich glasklar, was auf mich zukommt, was ich erreichen muss – damit ich mit meiner Arbeit glücklich sein kann – und das tun kann, was ich eigentlich wollte: Menschen helfen. Kinder in ihrer Entwicklung und Sozialisation fördern. Meine Liebe zu Pferden weitergeben. Zeigen, welch wundervolle Geschöpfe diese Tiere sind und wie viel wir von ihnen lernen können.

Wir spulen vor:

Ich habe mittlerweile mit Hilfe meiner vernünftig kalkulierten Selbständigkeit 7 Jahre auf dem ersten Hof und 7 Jahre auf meinem eigenen (durch meine Selbständigkeit vollständig finanzierten) Gutshof verbracht. Ich hatte 2015 den Naturalkids® Club gegründet, weil ich gemerkt habe, dass es da draußen ganz viele Reitpädagoginnen gibt, die gern professionell arbeiten wollen würden – und ich hatte mit den ersten Jahren Erfahrung genug Expertise, um weiterzuhelfen.

Ich habe mit Reitpädagoginnen und der Ausbildung von Menschen, die mit Menschen und Pferden ihr Geld verdienen, viel Erfahrung. Ich bin ein Freund von Solidarität und so habe ich neben den kostenpflichtigen Inhalten des Naturalkids® Clubs auch die Möglichkeit, sich kostenlos rund um das Thema „Selbständig als Reitpädagogin“ auszutauschen und zu lernen. So habe ich z.B. in meiner Facebook-Gruppe regelmäßigen Austausch zu allen möglichen Themen rund um die Selbständigkeit, wie Elternarbeit als Reitpädagogin, Umgang mit Kritik, Kreative Unterrichtsgestaltung für reitpädagogische Einheiten uvm.

2022 war es dann soweit.

Kalkulationsworkshop – Rechne einmal durch, was deine Stunde wirklich kosten muss. Mit deinen echten Zahlen. → Zum Workshop

Ich hatte meinen „Kalkulations-Workshop“ fertig konzipiert und teilte meine Gedanken. Dann fand die Workshop-Serie, bestehend aus 3 Teilen, statt. Ziel war es, die Teilnehmerinnen für das Thema Finanzen und Preisgestaltung zu sensibilisieren und meinen Naturalkids® Club anzubieten.

Aber erstmal zurück zu meiner Hausaufgabe in der Facebook-Gruppe, die ich den Teilnehmern des Kalkulations-Workshops gestellt hatte:

Berechne deinen Mindeststundensatz. Schreib ihn in die Kommentare.

Die Zahlen kamen. Eine nach der anderen. Manche zögernd, manche mit seitenlanger Erklärung, manche mit einem Fragezeichen dahinter.

Und fast jedes Mal war es dasselbe: Es war das erste Mal. Das erste Mal, dass diese Frauen aufgeschrieben hatten, was ihre Arbeit wirklich kosten muss.

Nicht schätzen. Nicht kopieren. Rechnen!

Einige Ergebnisse haben die Frauen selbst erschreckt. Eine schrieb: „Ich glaube, ich habe gerade gemerkt, warum das am Ende des Monats nie reicht.“

Ich hatte drei Abende live in der Gruppe einen kostenlosen Workshop gegeben. „Kalkulation leicht gemacht.“ Jede Einheit mit Hausaufgabe, jede Hausaufgabe öffentlich in besagter Gruppe.

Das Resultat:

Knapp 30 Frauen haben danach den Naturalkids® Club gebucht und begonnen, ihre Selbständigkeit zu einem professionellen Unternehmen umzugestalten.

Während dieser Zeit habe ich versucht, möglichst viele Menschen dazu zu gewinnen, den Workshop anzuschauen und hatte in anderen FB-Gruppen gepostet… natürlich, machen wir uns nichts vor, war mein Ziel, Kunden zu gewinnen – ABER: und das ist jetzt wichtig. Vor allem war mir wichtig, dass jede Reitpädagogin, die da draußen arbeitet, die fachlich auch wirklich gut ausgebildet ist, auch auf der unternehmerischen Ebene gut ausgebildet ist. Und das Thema Finanzen war ein Thema, dass mir allgemein immer wieder begegnete, auch in anderen Gruppen.

Ich teilte also meine Erfahrungen in der größten aller Reitpädaogik-Gruppen, dass ich die Workshopserie kostenlos dauerhaft zur Verfügung stelle, weil ich es für wirklich wichtig erachte, dass jeder weiß, was er einnehmen muss, um nicht dauerhaft ins Minus zu gehen… Da passierte es:

Ich öffnete die Gruppe, um zu schauen, ob es Kommentare gab. Und merkte: Ich war weg.

Ohne Kommentar. Ohne Erklärung. Einfach entfernt und blockiert.

Ich wurde aus der Reitpädagogik Gruppe entfernt

In diesem Moment wurde mir klar: Hier geht es längst nicht mehr um einen Stundensatz.

Ich begann zu recherchieren. Zu analysieren, zu hinterfragen… und ich stellte eine Sache fest, die Auswirkungen auch auf mich hat, bis zum aktuellen Geschehen: Wir Reitpädagoginnen bringen uns in dieser Branche gegenseitig bei, wie man unter Wert arbeitet.

Ich schreibe diesen Artikel nicht als Außenstehende, ich bin selbst betroffen! Was meine ich damit?

Ich bilde selbst Reitpädagoginnen aus. Ich kenne diese Szene von innen. Und genau deshalb fällt es mir nicht leicht, das hier zu schreiben. Aber ich glaube, wir müssen dieses Gespräch endlich führen.

Es gibt einen Satz, der Reitpädagoginnen jedes Jahr Tausende Euro kostet.

Er klingt harmlos. Er klingt sogar vernünftig.

„Schau einfach, was die anderen nehmen.“

Das eigentliche Problem

Du arbeitest nicht zu günstig. Du glaubst, deine Kolleginnen hätten richtig gerechnet. Das ist der Unterschied. Und er ist entscheidend.

Denn niemand in unserer Szene hat seine Preise aus der Luft gegriffen. Alle haben irgendwo geschaut. Alle haben verglichen. Alle haben sich orientiert – an jemandem,… der sich auch orientiert hat… lass dir das nochmal auf der Zunge zergehen:

An jemandem, der sich auch orientiert hat.

Niemand weiß, ob das, was der andere nimmt, jemals richtig durchkalkuliert wurde… und jetzt kommts:

In keiner anderen Branche würde man das so machen!

Stell dir vor, eine Bäckerei würde ihre Brötchenpreise danach festlegen, was die Nachbarbäckerei verlangt – ohne zu wissen, ob diese überhaupt Gewinn macht, wie teuer deren Miete der Backstube ist, ob die Maschinen bereits abbezahlt sind oder ob sie vielleicht einen Special-Deal mit einer Mühle haben, wo sie das Mehl besonders günstig erstehen können…

Stell dir vor, ein Handwerker würde seine Stundenpreise übernehmen, weil sie „fair klingen“. Bei den Handwerkern oder auch bei Steuerberatern, bei Anwälten, bei Ärzten,… überall sind die Preise geregelt. Was als Minimum eingenommen werden muss. Aber nicht bei uns Reitpädagogen. Und das macht die Sache so brandgefährlich!

Jede andere Branche würde sagen: Das ist doch Wahnsinn, seine Preise nur aus dem Bauch heraus oder durch andere bestimmen zu lassen.

In der Reitpädagogik nennen wir das Erfahrung… und erst, wenn man genau hinschaut, den Tatsachen ins Auge blickt, kann man überhaupt sehen, wo wir wirklich stehen. Mich eingenommen.

Was kostet deine Stunde wirklich?

Rechne es einmal durch – mit deinen echten Zahlen. Im Kalkulationsworkshop begleite ich dich Schritt für Schritt.

→ Zum Kalkulationsworkshop

Wie ein Fehler eine ganze Branche prägt

Nehmen wir mal das absolut realistische Szenario an: eine Reitpädagogik-Ausbilderin (oder auch Reittherapie, Reitunterricht,… alle, die jemanden dazu befähigen, mit Pferden und Menschen Geld zu verdienen) kalkuliert ihren Stundensatz nie wirklich durch. Sie schaut, was andere nehmen. Sie kommt auf eine Zahl, mit der sie zufrieden genug ist.

Dann entscheidet sie, weil sie sich für fachlich kompetent hält, ihr Konzept weiterzugeben. Sie bildet ab jetzt aus.

Ihre Teilnehmerinnen melden sich zu den Kursen an und fragen irgendwann: „Was soll ich nehmen, wenn ich dein Konzept so durchführe?“

Die Ausbilderin nennt eine Zahl. Oder sie gibt ihren Preis weiter. Oder sie sagt: „Schau, was in deiner Region üblich ist.“

Die Teilnehmerinnen übernehmen es. Sie starten, sie arbeiten, sie unterrichten. Vielleicht bilden sie irgendwann auch wiederum selbst aus.

Und geben weiter, was sie gelernt haben…

Niemand macht das mit böser Absicht. Genau deshalb ist es so gefährlich. Weil alle glauben, das sei normal.

Wir bringen uns gegenseitig das Verlieren bei.

Du glaubst, das ist ein fiktives Beispiel? Ich habe die Workshop-Serie seit 2022 unzählige Male durchgeführt… und habe gefragt, was sie in ihrer jeweiligen Ausbildung zu diesem Thema gelernt haben…

In der Reittherapieausbildung wurde nicht gelehrt, wie man Preise betriebswirtschaftlich kalkuliert.

In den vielen Gesprächen, die ich seit 2022 geführt habe, konnte mir keine einzige Teilnehmerin berichten, dass dieses Thema in ihrer Ausbildung fundiert behandelt wurde. So, wie man das macht. Betriebswirtschaftlich. Warum? Da kann ich nur mutmaßen – aber ich gehe davon aus, dass sie sich da abgrenzen „das ist nicht meine Kompetenz, also lehre ich das nicht“. Und damit machen sie es sich einfach. Denn sie brauchen dann auch keine Verantwortung tragen, wenn es bei ihren Schülerinnen und Schülern schief geht. Möglicherweise würden sie dann auch den Teilnehmerinnen negative Erfahrungen vermitteln, so wie ich, wenn dann die Fakten endlich mal auf dem Tisch liegen – und die Teilnehmerinnen der Workshopserie dann feststellen, dass sie sich viele Jahre nur was vorgemacht haben… Dann stehen sie vor einem Scherbenhaufen, der nicht hätte sein müssen, wenn von Anfang an klar kalkuliert worden wäre – wenn das Bestandteil der Ausbildung gewesen wäre…

Was eine Reitpädagogik-Stunde wirklich kostet

Stell dir vor, du arbeitest zehn Jahre. Jeden Samstag. Bei jedem Wetter.Mit ganzem Herzen.

Und erst dann stellst du fest: Du hast Monat für Monat Geld mitgebracht, statt welches zu verdienen.

Das ist kein hypothetisches Szenario, ich geb dir hier mal ein Beispiel:

Du nimmst 15 Euro pro Kind pro Stunde. Du hast eine Gruppe von vier Kindern. Das macht 60 Euro.

Aber was kostet diese Stunde wirklich?

Das Pferd: Futter, Hufschmied, Tierarzt, Versicherung – konservativ 400 bis 600 Euro pro Monat. Pro Pferd. Auf deine Arbeitsstunden verteilt.

Der Platz: Miete, Reparaturen, Pflege der Anlage.

Deine Ausbildung: Hat Geld gekostet. Und Zeit. Muss irgendwann wieder reinkommen.

Fortbildungen. Vor- und Nachbereitung. Anfahrt. Verwaltung. Steuern. Krankenversicherung. Rücklagen für Krankheit.

Wenn du das wirklich aufschreibst, mit echten Zahlen, passiert etwas Unangenehmes: Das Ergebnis sieht nicht mehr nach 15 Euro pro Kind aus. Es sieht nach deutlich mehr aus. Und es war schon immer so. Nur hat es nie jemand aufgeschrieben.

Es ist nicht nur ein fehlendes Modul. Es ist eine Kultur.

Ich höre seit Jahren dieselben Sätze.

„Mach dich nicht so teuer.“
„Die Eltern werden das niemals zahlen.“
„Du bist doch noch Anfängerin.“
„Die, die es am Nötigsten haben, können sich das dann erst recht nicht leisten.“

Diese Sätze kommen nicht aus dem Nichts. Manchmal erleben Reitpädagoginnen tatsächlich zögernde Blicke, vorsichtige Nachfragen. Das ist real.

Aber fast nie liegt das daran, was es zu sein scheint.

Es liegt daran, dass die meisten Eltern nicht wirklich wissen, was Reitpädagogik ist. Sie sehen Kinder, Pferde, Freizeit. Sie denken: Reitstunde. Sie wissen nicht, welche pädagogische Arbeit dahinter steckt – welche Beobachtung, welche Beziehungsarbeit, welche fachliche Einordnung.

Das ist kein Versagen der Eltern. Es ist ein Kommunikationsproblem. Ein Kommunikationsproblem, das du nicht beherrschst – weil du es nie musstest. Diese Fähigkeit brauchst du aber, wenn du deinen Wert kennst und möchtest, dass andere diesen Wert auch erkennen.

Wer die eigene Arbeit nicht so erklären kann, dass Eltern verstehen, was sie kaufen, wird immer zu teuer klingen.

Und dann ist da noch etwas, das ich selten laut höre – aber das für mich zum Kern gehört:

Eine Reitpädagogin, die ihre eigene Arbeit unter Wert verkauft, ist kein Vorbild für wertschätzenden Umgang mit sich selbst.

Wir arbeiten mit Kindern, die lernen sollen, wie man achtsam mit sich und anderen umgeht. Wir sind das Modell. Was wir vorleben – auch im Umgang mit unserer eigenen Zeit und Expertise – das sehen die Kinder. Das sehen die Eltern.

Wer sich selbst nicht ernst nimmt, kann das nicht glaubwürdig lehren.

Und zum Argument, wir würden damit diejenigen ausschließen, die es am dringendsten brauchen – das Gegenteil ist wahr:

Du kannst denjenigen am besten helfen, die es sich nicht leisten können, wenn deine Kalkulation stimmt.

Wer richtig kalkuliert und echten Gewinn einplant, kann Sozialplätze vergeben. Bewusst. Strukturiert. Als Teil des Konzepts. Ein solidarisches System: die, die es sich leisten können – und sollen –, zahlen den vollen Preis. Und ermöglichen damit den Platz für diejenigen, die es nicht können.

Das geht nur mit einer Kalkulation, die funktioniert. Mit Phantasiepreisen funktioniert es für niemanden.

Das systemische Versagen

Wir entlassen Menschen in die Selbstständigkeit, ohne ihnen beizubringen, wie ein Unternehmen funktioniert.

Nicht im Einzelfall. Strukturell. Es ist ein Muster! Und niemand hat es erkannt! Bis jetzt!

Kalkulation ist kein Pflichtmodul. Kaufmännisches Grundwissen gilt als „das kann man sich selbst beibringen“. Stundensatz, Kostendeckung, Steuerrücklagen – Fremdwörter in Ausbildungsmodulen, die sonst so viel Sorgfalt zeigen.

Wir bilden hervorragende Reitpädagoginnen aus. Und schicken sie anschließend finanziell unbewaffnet in die Selbstständigkeit.

Eine Reitpädagogin kann einen Förderplan schreiben. Entwicklungsschritte dokumentieren. Ein Konzept für schwierige Situationen entwickeln.

Aber viele können nicht berechnen, ob sie überhaupt davon leben können. Weil sie es nicht müssen – sie haben noch einen Hauptjob oder der Mann verdient so gut, dass er die Reitpädagogin mitfinanziert.

Und das zieht uns alle mit rein. Wenn eine ganze Branche ihre Arbeit systematisch unter Wert verkauft, verändert das die Wahrnehmung dessen, was gute Reitpädagogik kosten darf. Auch wer richtig kalkuliert, muss dann viel mehr Überzeugungsarbeit leisten.

Das ist kein individuelles Versagen. Das ist das Ergebnis einer Kultur, die Fachlichkeit lehrt und Unternehmertum ignoriert.

Ich bin schon vor Jahren einen Schritt weiter gegangen und lehre, wie du kalkulierst in all meinen Angeboten – vom Naturalkids® Club über die Workshopserie hin bis zur Weiterbildung „SO geht Reitpädagogik!“.

Und weißt du, was das Verrückte daran ist?

Ich bin selbst Teil dieses Systems.

Jahrelang habe ich versucht, den Naturalkids® Club so günstig anzubieten, dass ihn möglichst viele Reitpädagoginnen bezahlen konnten.

Ich habe Rabatte gegeben. Ich habe Inhalte immer weiter ausgebaut. Ich habe versucht, den Preis an die finanzielle Realität meiner Kundinnen anzupassen.

Und irgendwann habe ich verstanden:

Ich löse damit das Problem nicht. Ich werde selbst Teil davon.

Denn wenn ich meine Preise danach richte, was sich Menschen leisten können, die selbst nie sauber kalkuliert haben…

…dann übernehme ich denselben Denkfehler.

Ich halte das System mit am Leben.

Was ich in meinen Workshops erlebe

Ich habe irgendwann aufgehört, über Preise zu sprechen. Ich spreche über Kalkulation.

Der Unterschied: Ein Preis ist eine Zahl. Eine Kalkulation ist eine Begründung.

Seit ich Reitpädagoginnen durch ihre echten Zahlen führe, erlebe ich immer wieder denselben Moment:

Erst Stille.

Dann die Erkenntnis:

„Jetzt verstehe ich zum ersten Mal, warum meine Arbeit diesen Preis braucht.“

Nicht: „Darf.“ Nicht: „Könnte.“

Braucht.

Das verändert alles. Nicht nur die Zahl auf der Rechnung. Sondern das Gefühl dahinter.

Die neuen Reitpädagogik Preise wurden anstandslos akzeptiert, weil die Kunden begeistert sind.Die Reitpädagogik Preise konnten leicht kommuniziert werden.Nach dem Schnuppern gab es keine Preisdiskussion über meine Angebote mehr.

 

Für wen dieser Workshop ist – und für wen nicht

Das sage ich lieber jetzt als später.

Wenn du Reitpädagogik als Herzensprojekt im Nebenerwerb ausübst – das ist vollkommen in Ordnung. Dann ist dieser Workshop wahrscheinlich nicht das Richtige für dich. Die Kalkulation, die wir dort machen, ist auf ein echtes Unternehmen ausgerichtet. Auf ein Einkommen, von dem du mit deiner ganzen Familie gut leben kannst. Incl. Sonderwünsche wie „Privatschule“ oder „Rente“…

Wenn du aber eine Selbstständigkeit aufbaust, von der du vollständig leben willst – wenn du nicht nur deine Pädagogik weiterentwickeln möchtest, sondern auch deine Unternehmerkompetenz – dann herzlich willkommen.

Was ich von dir will

Ich will nicht dass du teurer wirst, weil ich es sage. Ich will, dass du weißt, was deine Stunde kostet. Wirklich. Mit echten Zahlen. Und dass du dann selbst entscheidest.

Nicht weil die Kollegin 15 Euro nimmt.

Nicht weil du Angst hast, zu teuer zu sein.

Sondern weil du gerechnet hast.

Genau das passiert im Kalkulationsworkshop. Diese Workshopserie ist dein erster Schritt.

Du rechnest durch. Mit deinen echten Zahlen. Ich begleite dich dabei.

Und ja, er kostet mittlerweile Geld. Warum? Weil auch ich nicht unter Wert arbeiten möchte, nur weil viele Reitpädagoginnen sich das nicht leisten können. Wenn du dir den Kalkulationsworkshop nicht leisten kannst – dann brauchst du ihn erst recht! Denn dann zeigt mir das nur eine Sache: Du hast definitiv NICHT kalkuliert.

Ich wünsche mir eine Reitpädagogik-Szene, in der wir uns nicht länger gegenseitig beibringen, wie man unter Wert arbeitet. Ich wünsche mir eine Reitpädagogik-Szene, die genau weiß, wie man ein Unternehmen aufbaut, das Menschen hilft – ohne dabei die eigene Existenz zu gefährden und selbst nur von der Hand in den Mund zu leben.

Der erste Schritt: Kalkulationsworkshop

Du rechnest durch – ich begleite dich.

Und dann kommt die nächste Frage.

Was, wenn du richtig kalkuliert hast – und trotzdem nicht genug Kunden findest, die diesen Preis zahlen? Dann hast du kein Kalkulations-Problem mehr.

Dann hast du ein Markt-Problem.

Das ist schmerzhaft. Aber es ist wichtig, das klar zu benennen.

Vielleicht gibt es in deiner Region tatsächlich zu wenige Menschen, die dieses Angebot nachfragen. Vielleicht verstehen sie den Wert noch nicht. Vielleicht erreichst du die falschen Menschen. Vielleicht brauchst du ein anderes Angebotsmodell.

Aber all diese Fragen kannst du erst beantworten, wenn deine Kalkulation stimmt. So lange die nicht stimmt, macht es keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, was du inhaltlich anbietest! Die Kalkulation ist die Grundlage. Dein Fundament! Erst danach kommt das Fachliche. Das Inhaltliche. Deine eigentliche Arbeit.

Genau deshalb gibt es den Naturalkids® Club.

Seit über 10 Jahren begleite ich darin Reitpädagoginnen, die wirklich unternehmerisch arbeiten möchten. Die ihren Traum auf ein solides Fundament stellen wollen.

Der Kalkulationsworkshop ist der erste Schritt. Wer weiß, was ihre Arbeit wirklich kostet, hat das Fundament.

Aber dann kommen die nächsten Fragen: Wie kommunizierst du deinen Wert? Wie findest du Kunden, die diesen Preis zahlen? Wie baust du eine Selbstständigkeit auf, die auch in schwierigen Zeiten trägt?

Der Club ist der Ort, an dem wir diese Fragen gemeinsam angehen. Schritt für Schritt. Mit Austausch, ehrlichem Feedback und echten Themen aus deiner Selbstständigkeit.

Ich habe beschlossen, meine Preise nicht länger an einem System auszurichten, das sich selbst klein hält. Ich habe beschlossen, Unternehmerinnen auszubilden.

Wenn du diesen Weg mitgehen möchtest…

…dann bist du im Naturalkids® Club herzlich willkommen.

Zum Naturalkids® Club →

Fazit: Die Frage ist nicht, was deine Kolleginnen verlangen. Die Frage ist: Was braucht dein Unternehmen, damit du auch in zehn Jahren noch mit Freude Reitpädagogin sein kannst?

Marina Lange ist Reitpädagogin und Gründerin von Naturalkids®. Sie begleitet Reitpädagoginnen, die eine Selbstständigkeit aufbauen wollen, von der sie wirklich leben können – inhaltlich, strategisch und kaufmännisch.

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